Schwarzes Licht

Juta Pranulytė (Komposition) und Bahzad Sulaiman (Text und Regie)

Fremdheit als Zustand, der sich nicht auflöst – und zur Rastlosigkeit zwingt.
Was muss zurückgelassen werden, um dazuzugehören?
Wie lässt sich die Stille aushalten, die sich in der unendlichen Lücke zwischen Losgehen und Ankommen ausbreitet?

Körper reagieren auf Zuschreibungen, passen sich an, formen sich – und werden geformt. Bei der Suche nach Zugehörigkeit bleibt oft nur das Wissen um andere, die Ähnliches erlebt haben.

Schwarzes Licht ist eine musiktheatrale Installation, die das physische Erleben jener untersucht, die sich auf den Weg gemacht haben – auf der Suche nach einem Neuanfang. Grundlage des Stücks sind Interviews mit Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten einen Ort oder ein Land verlassen haben und sich die Frage stellen, was Heimat bedeuten kann.

Aus diesen biografischen Fragmenten entsteht eine zentrale Figur, welche die unbedingte Sehnsucht nach einem Platz in der Gesellschaft nicht aufgibt. Auf ihrer Reise begegnet sie immer wieder ihren inneren Stimmen – dargestellt als Chor. Mal drängen sie zum Umkehren, dann wieder zum Weitergehen. Diese Vielstimmigkeit erzeugt eine produktive Uneindeutigkeit, welche die Hauptfigur immer wieder auf sich selbst zurückwirft.

Bahzad Sulaimans Interesse für performatives Theater wird in der Komposition von Juta Pranulytė hörbar: Stimmen und Instrumente werden an ihre Grenzen gebracht, Brüchigkeit wird provoziert – der innere Prozess wird musikalisch erfahrbar.

Das künstlerische Team von Schwarzes Licht hat sich früh darauf verständigt, echte, unverfälschte Stimmen auf die Bühne zu bringen. Es entsteht ein Spannungsfeld, das den individuellen Geschichten der Interviewten gerecht wird – und zugleich offen bleibt für die Erfahrungen des Publikums.

Text: Flavia Wolfgramm und Marlene Schleicher / © Thorben Schumüller und Sophie Eidenberger

Libretto: Schwarzes Licht (PDF)

Besetzung

Komposition / Juta Pranulytė
Libretto / Bahzad Sulaiman
Musikalische Leitung / Mareike Jörling und Maximilian Leinekugel
Regie / Bahzad Sulaiman
Bühnen- und Kostümbild / Sophie Eidenberger und Thorben Schumüller
Dramaturgie / Flavia Wolfgramm und Marlene Schleicher

MIT

Protagonist / Harald Hieronymus Hein
Ensemble / Noemi Nikl* / Khrystyna Smulska* / Javier Blanco*

Videoprojektion:
Performer / Federico Moiana
Video / Colin Jacobs

Musik

Ensemble Modern:
Flöte / Dietmar Wiesner — Klarinette / Dana Barak — Klavier / Ueli Wiget — Posaune / Uwe Dierksen — Trompete / Sava Stoianov — Schlagzeug / David Haller — Violine / Jagdish Mistry — Viola / Laura Hovestadt — Violoncello / Eva Böcker — Musikalische Koordination / Rainer Römer — Klangregie / Norbert Ommer — Tontechnik / Lukas Nowok

Produktionsbeteiligte

Kulturmanagement / Daniela Kiesewetter und Lisa Schmalz
Leitung der musikalischen Einstudierung und musikalische Assistenz / Maria Conti Gallenti*
Lichtdesign und Technische Leitung / Philip Deblitz
künstlerisch-technische Mitarbeit und Technische Leitung / Ralf Heinze
Maske / Johanna Winkler
Audiomitschnitt / Felix Dreher
Filmproduktion / Seehund Media

* HfMDK

zurück